Prof. Regine Reichwein

Prof. Regine Reichwein

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Professorin, studierte Mathematik, Physik, Psychologie, Philosophie und Politologie mit dem Abschluss Staatsexamen.

5 Jahre Tätigkeit als Gymnasiallehrerin, Ausbildung zur Gestaltpsychotherapeutin, Gestaltarbeit, Fortbildungen und Supervision mit Einzelnen und Gruppen, Professorin für Erziehungswissenschaften und Didaktik an der TU-Berlin, Fortbildnerin für WissenschaftlerInnen und Führungskräfte zu Kommunikations- und Handlungsstrategien sowie nichtlinearen dynamischen Systemen, Ausbilderin am Minster Centre, Middlesex University, London.

Auf Anfrage: Einzel- und Paarberatung, Seminare, Workshops, Trainings und Supervisionen in Deutschland, der Schweiz und Portugal.

Homepage der Autorin: www.reginereichwein.de

Foto © Privat


Rezensionen

von Heidi Degethoff de Campos | Quelle: "TU intern", 6/2011

Das Phänomen der Selbstorganisation und seine Konsequenzen für das Zusammenleben der Menschen

Lebendig sein - was für ein sinnlicher Buchtitel. Doch schon der Untertitel des 2010 erschienenen Buches von Regine Reichwein macht aus dem lustvollen "lebendig sein" eine intellektuell anspruchsvolle Herausforderung und ist trotzdem spannend zu lesen.

Zwischenmenschliche Probleme werden hier unter dem Aspekt der Selbstorganisationstheorie analysiert und dabei wird entwickelt, wie das Zusammenleben von Menschen und anderen selbstorganisierenden Systemen nach grundlegenden Prinzipien funktioniert.

Es analysiert damit eines der Schwerpunktthemen der ehemaligen TU-Mathematikerin, deren Forschungsschwerpunkt die "feministische Wissenschaftsanalyse / Wissenschaftstheorie" war und die im Jahr 2003 in den Ruhestand ging. Doch ihre Forschungen nahmen sie weiterhin gefangen. In dem neuen Buch setzt sie sich in einer Vielzahl von Artikeln damit auseinander, wie das Zusammenleben von Menschen und Gemeinschaften funktioniert oder funktionieren könnte.

Deutlich wird allerdings immer wieder, dass die immer noch geltenden kulturellen Vorstellungen in Bezug auf Manipulations- und Kontrollmöglichkeiten sich in Bezug auf selbstorganisierende Systeme als illusionär erweisen. Selbstorganisierende Systeme als operational geschlossene Systeme sind nicht gezielt beeinflussbar, die Wirkungen von Einflussnahmen auf solche Systeme sind nur in Echtzeit beobachtbar.

Das widerspricht den gewohnten persönlichen Überzeugungen  und die Leser sehen sich in diesem Buch immer wieder mit liebgewordenen, aber nicht mehr mit den neuesten Forschungsergebnissen - zum Bespiel der Hirnforschung - zu vereinbarenden Vorstellungen konfrontiert.

So muss man sich im Umgang mit selbstorganisierenden Systemen auf "Unbestimmtheit" einlassen, weil zwar die konkrete Situation, nicht aber die zukünftige Entwicklung überschaut werden kann. Auf Unbestimmtheit aber reagieren die meisten Menschen mit Angst; häufig füllen sie die entstandenen Lücken mit eigenen Annahmen oder Phantasien aus, die sie oft weder ihrem Gegenüber noch sich selbst eingestehen.

Um die kulturell geprägten und sich zerstörerisch auswirkenden Vorstellungen über die Möglichkeiten von Manipulation, Macht und Kontrolle bewusst zu machen, beschreibt die Autorin viele konkrete Situationen aus zwischenmenschlichen Beziehungen, in denen man sich häufig wiedererkennen kann. Diese finden sich zusammen mit den Kommentaren des Katers Valentino in verschiedenen Kapiteln, wie "Abwehr und Neugier", "Täter und Opfer", "Macht und Ohnmacht", "Gefühle", "Wünsche", "Machtspiele", "Symbiose und Autonomie", "Selbstverantwortung" usw.

Viele der uns vertrauten kommunikativen Prozesse dienen dazu,  uns vor den anderen Menschen zu schützen, die eigenen Gefühle, Gedanken, Bedürfnisse, Motive und Wünsche zu verbergen, und durch Selbstkontrolle zu versuchen, das Gegenüber zu kontrollieren. Besonders deutlich wird dies in den "Machtspielen", in die sich die meisten von uns immer wieder verwickeln und die sich -als ineffektive kommunikative Form  - in allen gesellschaftlichen Bereichen wiederfinden lassen.

Das Buch von Regine Reichwein beschreitet neue Wege, die dem Ziel dienen, einen Paradigmenwechsel aufzuzeigen und sich auf neue Denk- und Verhaltensmuster einzulassen, emotionale und kognitive Selbstbefreiung zu erproben und - lebendig zu werden. Auf der Website des Verlags stehen Leseproben zur Verfügung.

Leseproben

Lebendig sein 

 icon Leseprobe Lebendig sein

 

Kinderseelenland 

 icon Leseprobe Kinderseelenland

 

Termine

Entscheidungsfreiheit und Selbstverantwortung - Illusionen unseres Gehirns?
Vortrag & Diskussion mit Prof. Regine Reichwein
Urania, Berlin | Mittwoch, 23.01. | 19:30 Uhr



Urania-Reihe "Der Mensch - für sich und mit anderen"   
Vortrag & Diskussion mit Prof. Regine Reichwein | Di 19.3. | 19.30 Uhr

Intuition und Empathie - die Bedeutung der Spiegelneurone

Die vielfältigen Prozesse, in denen Spiegelneurone eine bedeutende Rolle spielen, werden immer noch weiter erforscht. Obwohl sie erst vor weniger als zwanzig Jahren entdeckt wurden, werden ihre vielseitigen Wechselwirkungen in Bezug auf die Entwicklung der menschlichen Sprache und Zivilisation langsam immer deutlicher. Am bedeutendsten scheint dabei zu sein, dass Spiegelneurone unser menschliches Potential in verstärktem Maße um Intuition und Empathie bereichern. Dazu gehört allerdings, dass wir lernen, unsere inneren Prozesse wahrzunehmen und als Informationen zu nutzen.



Urania-Reihe: "Der Mensch - für sich und mit anderen" 
Buchvorstellung, Lesung, Gespräch und Diskussion mit Prof. Regine Reichwein | Mi 03.04. | 19:30 Uhr

Glücklich werden - suchen nach sich selbst: Kulturelle Dynamiken in der Beziehung zwischen Frau und Mann

Wie begegnen sich Frau und Mann heute, sowohl als Individuen, als auch als Angehörige ihres Geschlechts? Wovon wird dieses Begegnen geprägt und beeinflusst? Und wie entkommt frau/man den darin angelegten Gefühls- und Wahrnehmungsfallen und stereotypen Bewertungsmustern? Regine Reichwein hat hierzu ein spannendes Buch vorgelegt, das sich - zwar in Romanform geschrieben - als theoretisches und praktisches Nachdenken darüber präsentiert, wie die Geschlechter unter Berücksichtigung moderner wissenschaftlicher Erkenntnisse besser miteinander auskommen können und dabei lernen, glücklich zu werden.

Moderation: Dr. Ingolf Ebel, Fachbereichsleiter Philosophie, Urania Berlin



Urania-Reihe: "Der Mensch - für sich und mit anderen" 
Vortrag mit Diskussion mit Prof. Regine Reichwein | Mo 15.4. | 19.30 Uhr

Einsam sein oder sich verbunden fühlen - eine Frage der Entscheidung?

Unsere Fähigkeit, empathisch zu sein, verbindet uns mit allen lebenden Wesen, aber unsere kulturellen Prägungen verhindern seit vielen Jahrhunderten, Mitgefühl und Verbundenheit mit der uns umgebenden Welt zu spüren. Der Mensch hat sich mehr und mehr vereinzelt, und der Verlust des Gefühls von Verbundenheit lässt uns an Einsamkeit leiden. Menschen sind soziale Wesen, sie entwickeln sich erst durch die Wechselwirkungen mit ihrer Umwelt zu den besonderen Persönlichkeiten, die dann ihrerseits durch ihre Handlungen ihre Umwelt mitgestalten. Wenn wir lernen, unsere Verbundenheit mit anderen wieder wahrzunehmen, können wir zusammen mit anderen oder auch allein sein, ohne uns einsam zu fühlen.



Freitag, 04.11.2011, 20 Uhr
Frieda-Frauenzentrum e. V.
Proskauer Straße 7
10247 Berlin

Diskussion mit Prof. Regine Reichwein über einige Thesen ihres neuen Buches “Lebendig sein - Das Phänomen der Selbstorganisation und seine Konsequenzen für unser Zusammenleben”

Moderation: Prof. Christine Holzkamp


Neuerscheinungen